Erbschein

Ist ein Erbfall eingetreten beginnt für Erben nicht selten eine sehr anstrengende, belastende Zeit. Gerade zum Thema Erbschein treten dann relativ häufig rechtliche Fragestellungen auf. Und gerade im Falle eines handschriftlichen Testaments des Erblassers ist ohne Erbschein meist nicht viel auszurichten, vor allem wenn Immobilien oder Sparvermögen bzw. Depots Teil der Erbmasse sind.

Anwaltliche Unterstützung im Erbscheinverfahren kann deshalb sehr hilfreich sein, um eine Erbschaft möglichst zügig offiziell als Rechtsnachfolger antreten und verwalten zu können. Sprechen Sie uns deswegen gerne an, wenn Sie Unterstützung im Erbscheinverfahren benötigen!

Die wichtigsten Themen zum Erbschein

Erben können über Gegenstände aus der Erbmasse verfügen, denn sie treten grundsätzlich automatisch mit dem Tod des Erblassers genau in seine Rechtsposition ein. Ist allerdings mehr als eine Person Erbe (Erbengemeinschaft), können Erben nur gemeinsam und einstimmig über Gegenstände aus dem Nachlass verfügen, also z. B. Hausrat wie Möbel verkaufen etc. Dafür ist ein Erbschein weder rechtlich noch tatsächlich notwendig.

Schwieriger wird es hingegen, wenn es um Sparbücher, Aktiendepots oder sogar Immobilien geht. Im Zweifel werden Banken und / oder Behörden hier – nachvollziehbarer Weise! – darauf bestehen, dass der Erbe / die Erben nachweisen können, dass sie Erben einer bestimmten Person sind. Für eben diese Fälle stellen Nachlassgerichte den Erbschein aus – schlicht, damit Erben nachweisen können, dass sie auch tatsächlich Erben einer verstorbenen Person sind und zu welchen Anteilen.

Der Erbschein wird Erben auf Antrag der Erben beim Nachlassgericht erteilt. Wer hingegen nur Vermächtnisnehmer ist, kann einen Erbschein nicht beantragen. Das Nachlassgericht ist als Abteilung des Amtsgerichts für Erbangelegenheiten zuständig. Örtlich zuständig ist das Gericht, bei dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte. Eine Frist für den Antrag existiert nicht.

Damit der Erbschein erteilt wird, müssen Erben nachweisen, dass sie Erben der verstorbenen Person sind. Das gestaltet sich nicht immer ganz einfach: Es muss nachgewiesen werden, dass die Person gestorben ist (Sterbeurkunde), der Grund weshalb der oder die Antragsteller Erbe ist bzw. Erben sind (Ehe / Lebenspartnerschaft, Verwandtschaft, Testament etc.). Urkunden, die diese Tatsachen belegen, müssen mit dem Antrag vorgelegt (Geburtsurkunde, Heiratsurkunde etc.) oder Versicherungen an Eides statt abgegeben werden. Alleinerben stellen einen Antrag auf Alleinerbschein, mehrere Erben beantragen für die gesamte Erbschaft im Zweifel einen gemeinschaftlichen Erbschein, einzelne Erben können einen Teilerbschein beantragen.

Ist das Nachlassgericht überzeugt, dass die Antragsteller Erben einer Person sind und erhebt kein Verfahrensbeteiligter Widerspruch, stellt es den Erbschein entsprechend aus. Dieser Erbschein ermöglicht dann, z. B. auch über Wertpapierdepots oder Immobilien etc. verfügen zu können – entweder als Alleinerbe oder in der Erbengemeinschaft.

Ist das Nachlassgericht nicht von der Erbenstellung der Antragsteller überzeugt, kann es zu einer öffentlichen Aufforderung zur Anmeldung von Erbrechten kommen.

Ein Erbschein kann allerdings auch unrichtig sein. Denn die erbrechtliche Lage kann sich zu einem späteren Zeitpunkt anders darstellen als zu dem Zeitpunkt als der Erbschein ausgestellt wurde. Das ist z. B. der Fall, wenn zu einem späteren Zeitpunkt ein unbekanntes, anderslautendes und aktuelleres Testament oder ein unbekannter gesetzlicher Erbe (uneheliches Kind etc.) auftaucht.

Ein unrichtiger Erbschein wird vom Nachlassgericht eingezogen. Im Zweifel wird auf Antrag eines Erben dann erneut ein Erbscheinverfahren durchgeführt und ein neuer Erbschein mit den – dann – korrekten Angaben ausgestellt. Ergeben sich Zweifel an der Richtigkeit von Erbscheinen, ist es also absolut ratsam die Unterstützung von einem Rechtsanwalt für Erbrecht in Anspruch zu nehmen, um ggfs. mit Hilfe eines richtigen, neuen Erbscheins zu seinem Recht als Erbe zu kommen.

Auch wenn es um den Erbschein geht, richten sich die Kosten nach dem Wert des gesamten Nachlasses, um den es geht. Basis für die Berechnung der Kosten im Erbscheinverfahren ist der Wert des Nachlasses abzüglich bestehender Schulden (Erblasserschulden, nicht Erbfallschulden wie z. B. Beerdigungskosten). Dieser „bereinigte“ Nachlasswert ist dann Basis für die Anwendung der Kostenordnung.

Wer als Miterbe einen Erbschein beantragt, gibt seine Erbquote am Nachlass an, damit die Kosten für einen Teilerbschein auch nur dementsprechend festgelegt werden.

Wird ein Erbschein nur für einen bestimmten Anlass benötigt – z. B. die Auflösung von einem Wertpapierdepot – kann der Erbschein auch auf dieses Wertpapierdepot beschränkt werden, das spart im Zweifel erheblich Kosten!

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