Pflichtteil

Der “Pflichtteil“ spielt im Erbrecht eine große Rolle. Wenn es um den Pflichtteil geht, ist dabei Unterstützung vom Anwalt für Erbrecht enorm wichtig, da in einer solchen Situation die Fronten zwischen den Beteiligten – Erben und „Enterbten“ – sehr verhärtet sind und Streit meist vor Gericht endet. Und auch bei der Gestaltung eines Testaments, mit dem einige Erben „enterbt“ werden sollen, ist wegen der Komplexität des Erbrechts an dieser Stelle anwaltlicher Rat unverzichtbar.

Wenn Sie Rat oder Unterstützung im Zusammenhang mit einem Pflichtteilsanspruch benötigen – sprechen Sie uns gerne an! Wir beraten Sie umfassend zu allen Fragen im Pflichtteilsrecht, setzen Ihren Pflichtteilsanspruch durch oder wehren unberechtigte Pflichtteilsansprüche ab.

Die wichtigsten Themen zum Pflichtteil

Wer enterbt worden ist lässt das im Zweifel nur ungern auf sich sitzen. Denn neben der persönlichen Enttäuschung über die Enterbung geht es im Zweifel schlichtweg um bares Geld. Den sogenannten Pflichtteilsanspruch oder umgangssprachlich “Pflichtteil“ kann geltend machen, wer entweder mit dem Erblasser verheiratet oder in gewissem Grad verwandt war, nach dem Gesetz erben würde und vom Erblasser enterbt wurde. So können Abkömmlinge (Kinder, Enkel etc.), Ehepartner oder Lebenspartner und auch die Eltern eines Erblassers pflichtteilsberechtigt sein.

Allein hieran wird schnell ersichtlich: Wer pflichtteilsberechtigt ist, muss im Einzelfall sehr genau geprüft werden. Unterstützung vom Rechtsanwalt für Erbrecht ist deswegen absolut sinnvoll, wenn man mit dem Gedanken spielt ggfs. den Pflichtteil geltend zu machen – oder aber auch, bestimmte Personen zu enterben.

Wer von Gesetzes wegen pflichtteilsberechtigt ist, kann laut BGB immerhin 50% seines gesetzlichen Erbanspruches – also die Hälfte seines eigentlichen, gesetzlichen Erbteils – als Pflichtteil gegen den / die Erben geltend machen. Das ist zunächst nicht kompliziert.

Aber die Berechnung des gesetzlichen Erbteils, der Basis für den Pflichtteil ist, kann sich bei vielen Erben, Ausschlagungen, Enterbungen etc. rechtlich sehr komplex gestalten. Außerdem kann ein Vermächtnis, das dem Enterbten zugestanden wurde, Einfluss auf die Höhe des Pflichtteils haben. Denn der enterbte Vermächtnisnehmer muss sich den Wert des Vermächtnisses im Zweifel auf seinen Pflichtteilsanspruch anrechnen lassen.

Wer ein Erbe ausgeschlagen hat, hat übrigens keinen Pflichtteilsanspruch. Ausnahmen kann es hier aber im Zusammenhang mit dem Zugewinnausgleich unter Eheleuten oder Lebenspartnern geben.

In vielen Fällen versuchen Erblasser das Pflichtteilsrecht mehr oder minder auszuhebeln. Nicht selten geschieht das z. B. durch Schenkungen vor dem eigenen Ableben, die die Erbmasse erheblich verringern oder sogar auf Null reduzieren. Dieses “Vererben mit warmer Hand“ kennt allerdings rechtliche Grenzen, um Pflichtteilsberechtigte zu schützen.

Deswegen werden Schenkungen vor dem Erbfall – zeitlich abgestuft – bei der Berechnung des Pflichtteils als Pflichtteilsergänzungsanspruch berücksichtigt und zwar zu Gunsten des Pflichtteilsberechtigten. Im Grunde können nur Schenkungen, die mehr als 10 Jahre vor dem Erbfall gemacht wurden, den Pflichtteil effektiv reduzieren: Erfolgt die Schenkung ein Jahr vor dem Erbfall, wird sie behandelt, als wäre sie nicht geschehen. In der Zeit dazwischen wird der Wert der Schenkung in 10%-Schritten gestaffelt nach Jahren berücksichtigt. Ausnahmen und Sonderregelungen gibt es aber auch hier für Ehepartner und Lebenspartner.

Auch wenn das Erbrecht dem Pflichtteil einen hohen Wert beimisst, gibt es für Erblasser die Möglichkeit, gesetzlichen Erben den Pflichtteil zu entziehen. Das ist allerdings nur möglich, wenn der Erblasser das ausdrücklich z. B. in einem Testament tut (handschriftlich, notariell), ein gesetzlicher Entziehungsgrund vorliegt und wenn der Erblasser im wirklichen Leben dem potenziellen Erben und Pflichtteilsberechtigten nicht verziehen hat (Verzeihung).

Die Gründe für eine wirksame Entziehung des Pflichtteils (Entziehungsgründe) sind gesetzlich sehr eng begrenzt und haben gemeinsam, dass sie überwiegend von objektiv massivem Fehlverhalten gegenüber dem Erblasser geprägt sind. So kann der Pflichtteil nach 2333 BGB beispielsweise wirksam entzogen werden, wenn der potenzielle Erbe z. B. dem Erblasser oder seinen nahen Angehörigen „nach dem Leben trachtet(e)“. Aber auch andere Gründe sind in dieser Vorschrift des BGB ausdrücklich und abschließend aufgelistet.

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