Testament

Ein Testament ermöglicht, die gesetzlich Erbfolge abzuändern, um z. B. bestimmte Personen zu enterben oder ihnen Gegenstände oder Werte aus der Erbschaft zukommen zu lassen (Vermächtnis). Allerdings muss ein Testament bestimmte Anforderungen erfüllen, damit es wirksam ist und die Wirkung entfaltet, die der Erblasser beabsichtigt. Zudem gibt es unterschiedliche Formen und Arten von Testamenten.

Welches Testament sich für Ihre Situation am besten eignet und welche Regelungen Sie für Ihren letzten Willen wie treffen sollten – dafür sollten Sie den Rat eines Rechtsanwalts für Erbrecht in Anspruch nehmen! Kontaktieren Sie uns gerne!

Die wichtigsten Themen zum Testament

Das handschriftliche Testament ist die einfachste und häufigste Form des Testaments. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es vom Erblasser höchstpersönlich handschriftlich verfasst sein muss, aber deswegen auch grundsätzlich keine Kosten verursacht. Das bedeutet: das Testament muss von Anfang bis Ende handschriftlich geschrieben und am Ende des Testaments unterschrieben sein. Ort und Zeit der Testamentserrichtung sind für die Wirksamkeit nicht ausschlaggebend. Es macht jedoch Sinn, zumindest ein Datum zu vermerken. Denn zeitlich jüngere letztwillige Verfügungen gelten vorrangig vor Älteren.

Ein handschriftliches Testament kann jede testierfähige Person erstellen. Wer volljährig ist, ist testierfähig, solange er die Tragweite und die Bedeutung seiner Entscheidungen erkennt. Wer z. B. wegen einer geistigen Behinderung, wegen massiver Drogen- oder Alkoholsucht oder Demenz seine Entscheidungen nicht (mehr) überblickt, ist nicht testierfähig. Das zu beurteilen ist jedoch Frage des Einzelfalls und z. B. bei fortschreitendem mentalen Verfall nicht immer leicht.

Das notarielle Testament oder auch öffentliche Testament hingegen kann nicht wie ein handschriftliches Testament selbst und ohne Kostenaufwand verfasst werden. Dieses Testament wird vor einem Notar mündlich erklärt und vom Notar niedergeschrieben. Eine andere Möglichkeit ist, dem Notar ein Schriftstück mit dem letzten Willen zu übergeben. Die Übergabe dieses letzten Willens beurkundet der Notar. Dieses Schriftstück muss nicht den Anforderungen an ein handschriftliches Testament genügen.

Die Kosten für ein notarielles Testament richten sich nach der Gebührenordnung für Notare, maßgeblich für die Notarkosten ist der Wert des Nachlasses. Ein Vorteil des notariellen Testaments ist, dass der Notar von sich aus die Testierfähigkeit des Erblassers feststellt. Die Wirksamkeit eines notariellen Testaments scheitert deshalb quasi nie an fehlender Testierfähigkeit des Erblassers. Der Kostenaufwand kann sich gerade in Grenzfällen (fortschreitende geistige Beeinträchtigung wegen Krankheit oder Alter) deswegen durchaus lohnen.

Ehepartner und Lebenspartner können ein gemeinsames Testament erstellen. Ein solches gemeinschaftliches Testament besteht dann aus zwei letztwilligen Verfügungen, die aufeinander abgestimmt – und voneinander abhängig – und in einem Dokument zusammengefasst sind. In einem solchen Ehegattentestament setzen sich die Ehepartner bzw. Lebenspartner in der Regel gegenseitig als Alleinerben ein. Von einem Berliner Testament ist die Rede, wenn zusätzlich auch Schlusserben eingesetzt werden, also z. B. Kinder wenn der letzte Ehegatte / Lebenspartner stirbt.

Hinsichtlich der Form gilt: Erstellt man das Testament eigenhändig, muss nur ein Partner den Testamentstext handschriftlich schreiben und unterschreiben, es genügt, wenn der andere Partner unterschreibt. Natürlich kann ein solches Testament auch als notarielles Testament erstellt werden.

Wegen der Bindungswirkung des gemeinschaftlichen Testaments kommt es aber oft zu rechtlichen Fragen, vor allem wenn ein Ehegatte nach dem (frühen) Tod des anderen seinen letzten Willen z.B. wegen einer neuen Ehe ändern will. Hierfür ist es sinnvoll, Änderungsklauseln bzw. Öffnungsklauseln in ein Ehegattentestament aufzunehmen.

In einem Testament können Erblasser auch eine Testamentsvollstreckung anordnen. Das ist nicht immer notwendig, kann aber sinnvoll sein um z. B. Streit unter Erben von vornherein zu minimieren, vor allem wenn der Nachlass gross und / oder kompliziert ist.

So macht es z. B. Sinn, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen, wenn klar ist, dass Streit unter den Erben über die Erbschaft ausbrechen wird, wenn ein Unternehmen professionell „betreut“ werden muss, die Erbschaft nicht zerschlagen, sondern bewahrt werden soll oder Erben minderjährig sind. Denn ein Testamentsvollstrecker kümmert sich im Sinne des Erblassers um den Nachlass und verwaltet ihn bzw. teilt ihn unter den Erben auf.

Als Erblasser können Sie genau regeln, welche Befugnisse und Aufgaben ein Testamentsvollstrecker haben wird, welche nicht. Die Gestaltung der Testamentsvollstreckung (Abwicklungsvollstreckung, Verwaltungsvollstreckung, Vermächtnisvollstreckung etc.) sollte deswegen unbedingt von einem Rechtsanwalt für Erbrecht begleitet werden.

Das Vermächtnis hat eine Sonderrolle im Erbrecht. Die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs stimmt meist nicht damit überein, was das Gesetz (BGB) darunter versteht.

Ein Vermächtnis ist die Anordnung, dass ein bestimmter Vermögensgegenstand (Auto, Schmuck, Immobilie etc.) aus der Erbmasse herausgenommen werden und nach dem Erbfall einer bestimmten Person gehören soll, nicht allen Erben gemeinsam. Wer Vermächtnisnehmer ist, ist nicht allein deswegen Erbe – ein Vermächtnisnehmer ist nicht automatisch Mitglied der Erbengemeinschaft. Wer Erbe ist kann aber zugleich Vermächtnisnehmer sein.

Vermächtnisse eignen sich z. B. um nichtehelichen Lebenspartnern oder Freunden Gegenstände aus der Erbschaft zukommen zu lassen, ohne sie in den Kreis der Erben aufzunehmen. Das Vermächtnis kann in jeder letztwilligen Verfügung angeordnet bzw. vereinbart werden. Es ist dann an die jeweils geltenden Formvorschriften gebunden und von der Wirksamkeit des Testaments etc. abhängig.

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