Ihre Rechtsanwaltskanzlei Fritschi aus München
 

Rechtsprechung zum Thema: Sachverständigenkosten

Gericht: AG München

Entscheidungsdatum: 22.09.2011
Aktenzeichen: 322 C 6349/11

Sachverständigenkosten:
 Angemessenheit der Sachverständigenkosten auf Grundlage der BVSK-Honorarbefragung 2008/2009; das Risiko der Angemessenheit der Sachverständigenechnung trägt grundsätzlich der Schädiger

 

Ein in Relation zur Schadenhöhe berechnetes Sachverständigenhonorar kann grundsätzlich als erforderlicher Herstellungsaufwand im Sinne des § 249 BGB erstattet verlangt werden. Selbst wenn die Rechnung insgesamt oder einzelne Positionen tatsächlich überteuert sein sollten, trägt das Risiko hierfür grundsätzlich nicht der Geschädigte. Der Geschädigte ist weder gehalten "Marktforschung" zu betreiben und in jedem Fall mehrere Kostenvoranschläge von Sachverständigen einzuholen, noch ist er gehalten, sich auf einen Streit über die Höhe der geltend gemachten Sachverständigenkosten mit dem Schädiger einzulassen (so z.B. auch OLG Naumburg, Urteil vom 20.01.2006, AZ 4 U 49/05). Der Sachverständige ist auch kein Erfüllungsgehilfe des Geschädigten, dessen etwaiges Verschulden ihm zugerechnet würde (OLG Naumburg, Urteil vom 20.01.2006, AZ 4 U 49/05). Das Gericht orientiert sich für die Angemessenheit der Sachverständigenkosten an der BVSK-Honorarbefragung für die Jahre 2008/2009. Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 23.01.2007, AZ VI ZR 67/06) hat ausgeführt, soweit sich ein Gutachter auf allgemeine Tabellen beziehe, die von allgemein anerkannten Berufsverbänden ermittelt worden seien, wie dem BVSK, der DEKRA oder der IHK, sei zu vermuten, dass der Gutachter einen angemessenen Marktpreis in Ansatz gebracht habe.

Gericht:    OLG Celle 14. Zivilsenat
Entscheidungsdatum:    24.08.2011
Aktenzeichen:    14 U 47/11

 

Ersatz von Sachverständigenkosten nur entsprechend der Haftungsquote

 

Leitsatz
Einem Geschädigten, der mitverantwortlich für ein Unfallereignis ist und daher gem. §§ 7, 17 StVG nur Anspruch auf Ersatz eines Teils seines Schadens hat, steht auch nur ein Anspruch auf Ersatz eines entsprechenden Teils der ihm entstandenen Sachverständigenkosten zu (entgegen OLG Rostock, MDR 2011, 221).

Gericht: AG München

Entscheidungsdatum: 04.11.2010
Aktenzeichen: 341 C 24659/09

Sachverständigenkosten:
Sachverständigenkosten sind nur dann nicht zu ersetzen, wenn den geschädigten ein auswahlverschulden trifft oder sie offensichtlich überhöht sind

 

Bei Kfz-Unfallschäden gehören die Sachverständigenkosten grundsätzlich zum erforderlichen Herstellungsaufwand, wenn und soweit eine Begutachtung zur Durchführung der Wiederherstellung erforderlich und zweckmäßig war.

Gericht: OLG Düsseldorf 1. Zivilsenat
Entscheidungsdatum: 16.06.2008
Aktenzeichen: I-1 U 246/07, 1 U 246/07

Fiktive Schadensabrechnung bei Kfz-Unfall: überhöhte Sachverständigenkosten als erforderlicher Aufwand

 

Auch wenn das vereinbarte oder vom Sachverständigen einseitig festgesetzte Entgelt objektiv überhöht ist, ist es bei der gebotenen subjektiven Schadensbetrachtung regelmäßig als der "erforderliche" Aufwand anzuerkennen. Einwendungen gegen die Höhe der Sachverständigenkosten können dem Geschädigten gegenüber nur erhoben werden, wenn ihn ein Auswahlverschulden trifft oder die Überhöhung derart evident ist, dass eine Beanstandung von ihm verlangt werden muss. Der Geschädigte ist nicht verpflichtet, vor der Auftragserteilung Preisvergleiche anzustellen.

Gericht: BGH 10. Zivilsenat

Entscheidungsdatum: 04.04.2006

Aktenzeichen: X ZR 122/05

 

Sachverständigenvergütung: Bemessung der Vergütung mangels Vergütungsvereinbarung; Zulässigkeit eines an der Schadenshöhe orientierten Pauschalhonorars für Routinegutachten

 

Für die Bemessung der Vergütung des Sachverständigen ist der Inhalt der zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarung maßgeblich, wobei nach § 632 BGB - in dieser Reihenfolge - ihre tatsächliche Absprache, eine eventuell vorliegende Taxe oder die übliche Vergütung den Inhalt der Vereinbarung bestimmen. Andernfalls ist eine verbleibende Vertragslücke nach den Grundsätzen über die ergänzende Vertragsauslegung zu schließen, für die Gegenstand und Schwierigkeit der Werkleistung und insbesondere die mit dem Vertrag verfolgten Interessen der Parteien von Bedeutung sein können. Nur wenn sich auf diese Weise eine vertraglich festgelegte Vergütung nicht ermitteln lässt, kann zur Ergänzung des Vertrages auf die Vorschriften der §§ 315, 316 BGB zurückgegriffen werden. Ein Sachverständiger, der für Routinegutachten eine an der Schadenshöhe orientierte angemessene Pauschalierung seiner Honorare vornimmt, überschreitet die Grenzen des ihm vom Gesetz eingeräumten Gestaltungsspielraums grundsätzlich nicht.

Familienrecht & Scheidungsanwalt in München - Ihr Anwaltskanzlei Fritschi aus Bogenhausen Inhaber Rechtsanwalt Jürgen Fritschi

Kanzlei Fritschi

Rechtsanwälte aus München

Kanzlei Fritschi

Leuchtenbergring 3

Prinzregentenhof

81677 München

 

Telefonische Erreichbarkeit

Montag bis Freitag

07.00 Uhr bis 19.00 Uhr

 

Büro Öffnungszeiten

Montag bis Freitag

09.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

Telefon 0 89 / 8 56 30 15 - 0

Telefax 0 89 / 8 56 30 15 - 29

E-Mail info@ra-fritschi.de

Kontakt & Termin- vereinbarung

E-Mail an Rechtsanwalt Rechtsanwälte Fachanwalt Fachanwälte & Mediation Kontaktbild in München Anfrage per E-Mail
Kontakt zu Rechtsanwalt Rechtsanwälte Fachanwalt Mediation in München Anfrage über unser Kontaktformular