Erbschaft und Steuern

Wenn es um Erbschaften geht, geht es auch immer um Steuern – wenn es um die Gestaltung des eigenen Nachlasses geht oder nach dem Erbfall für die Erben. Denn die Erbschaftssteuer kann ein Erbe stark finanziell belasten, vor allem wenn die Erbschaft z. B. überwiegend aus Immobilien besteht, die erst verwertet werden müssten, um die Erbschaftssteuer entrichten zu können.

Im Erbrecht spielen deswegen auch viele Fragen zur Erbschaftssteuer, zu Schenkungen und zur Schenkungssteuer ein Rolle, die rechtliche Basis bildet das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG). Denn „gewusst wie“ kann man durch gezielte Schenkungen im Alter Erben bis zu einem gewissen Grad steuerlich entlasten.

Haben Sie Fragen zur Erbschaftssteuer, zur Schenkungssteuer und wie man Schenkungen gezielt machen kann, um die Steuerlast der späteren Erben zu senken? Dann sprechen Sie uns gerne an, unser Anwalt für Erbrecht berät Sie!

Erbschaftssteuer

Die Erbschaftssteuer ist ein Steuer, die Erben belastet. Wer erbt, hat im Zweifel auf seinen Erbanteil Erbschaftssteuer zu entrichten. Je nach Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser ist die Steuerbelastung unterschiedlich hoch: Je näher man dem Erblasser „rechtlich“ stand, desto geringer ist die Belastung durch die Erbschaftssteuer. Grund dafür ist, dass Erben nach dem ErbStG in unterschiedliche Erb-Steuerklassen eingeteilt werden.

Das kann vor allem für Freunde oder unverheiratete Partner, die als Erben eingesetzt werden, zu als ungerecht empfundenen Ergebnissen führen, da “Nichtverwandte“ steuerlich am höchsten belastet werden (Erb-Steuerklasse 3).

Allerdings ist nicht jeder Cent einer Erbschaft zu versteuern: Auch bei der Erbschaftssteuer gibt es Freibeträge. Nur auf den Wert, den der eigene Erbanteil den individuell geltenden Freibetrag übersteigt, fällt Erbschaftssteuer an. Beträgt der Freibetrag z. B. 400.000 Euro (Kinder / Stiefkinder) und beträgt das Erbe eines Kindes insgesamt 500.000 Euro, sind lediglich auf die Differenz von 100.000 Euro Steuern zu entrichten.

Die Freibeträge sind allerdings – genauso wie die Erb-Steuerklassen – unterschiedlich hoch und bevorzugen vor allem Verwandte: Gilt für Ehepartner und Lebenspartner ein Freibetrag von 500.000 Euro können nichtverheiratetet Partner oder Freunde, die als Erben eingesetzt wurden nur einen Freibetrag von 20.000 Euro geltend machen. Durchaus ein Grund dafür, dass unverheiratete Paare im Alter doch noch über eine Ehe nachdenken sollten, um sich gegenseitig abzusichern.

Tabelle Freibetrag Erbschaftssteuer

Rechtliches Verhältnis zum Erblasser Frei­betrag
Ehepartner / eingetragene Lebenspartner 500.000 €
Kinder / Stiefkinder / Enkel wenn deren Eltern verstorben 400.000 €
Enkelkinder 200.000 €
Eltern / Großeltern 100.000 €
Geschwister, Nichten / Neffen, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegersohn/ Schwiegertochter, geschiedene Ehepartner / Lebenspartner 20.000 €
Alle anderen Erben (Freunde, nichteheliche Partner etc.) 20.000 €

Schenkungssteuer

Hartnäckig hält sich der Glaube, dass Schenkungen zu Lebzeiten das Steuerproblem bei Erbschaften lösen können. Aber auch Schenkungen an Erben zu Lebzeiten (“Vererben mit warmer Hand“) sind nicht “der Weisheit letzter Schluss“. Denn auch auf Schenkungen fällt eine Steuer an, die Schenkungssteuer. Dabei werden Schenkungen und Erbschaften nach dem gleichen Gesetz und damit insgesamt sogar grundsätzlich gleich besteuert (ErbStG).

Sein Vermögen also vor dem eigenen Tod an die späteren Erben zu verschenken löst das Steuerproblem nicht. Es wird lediglich Schenkungssteuer und nicht Erbschaftssteuer fällig, die Steuerlast ist grundsätzlich identisch und bewegt sich damit zwischen 7% und 50% (!), abhängig u.a. auch vom Wert der Schenkung bzw. des Erbes. Außerdem gelten für die Schenkungssteuer die identischen Freibeträge wie bei der Erbschaftssteuer (s.o. Tabelle Freibeträge im Rahmen der Erbschaftssteuer).

Aber kein Grundsatz ohne Ausnahme, denn das gilt nicht für alle Schenkungen, die z. B. Eltern im Alter an Ihre Kinder machen. Vergehen zwischen der Schenkung und dem späteren Erbfall mehr als 10 Jahre, fällt auf die Schenkung keine Schenkungssteuer an und natürlich erst recht keine Erbschaftssteuer. Fallen in den 10 Jahren vor dem Erbfall mehrere Schenkungen an einen Erben an, schenken Eltern ihren Kindern also z. B. mehrfach Geldbeträge in den 10 Jahren vor Ihrem Tod, so werden diese Schenkungen hinsichtlich des Schenkungssteuer-Freibetrages zusammengerechnet.

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